LACKWARE
Lackwaren, auf Japanisch Shikki (漆器), gehören zu Japans ältesten und bekanntesten traditionellen Handwerkskünsten, deren Ursprünge sich über 9.000 Jahre zurückverfolgen lassen. Diese kunstvolle Handwerkskunst besteht darin, Objekte – typischerweise Holz, aber manchmal auch Metall oder Keramik – mit Schichten von Ofurushi-Lack zu überziehen, einem natürlichen Harz, das aus dem Saft des japanischen Lackbaums gewonnen wird.Toxicodendron vernicifluum).
Urushi (漆): Die Essenz des Lacks
Das Herzstück japanischer Lackwaren ist Urushi, der Saft des Lackbaums. Die Gewinnung von Urushi ist ein sorgfältiger Prozess; ein einzelner Baum liefert nur eine geringe Menge Saft, was ihn zu einer kostbaren Ressource macht. Der Saft wird gereinigt und mit natürlichen Pigmenten gefärbt, bevor er in dünnen Schichten auf ein Objekt aufgetragen wird. Jede Schicht muss in feuchter Umgebung trocknen und aushärten, was oft Tage dauert, bevor die nächste aufgetragen wird. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die nicht nur optisch beeindruckend, sondern auch widerstandsfähig gegen Hitze, Feuchtigkeit und Verfall ist.
Makie (蒔絵): Die Kunst der bestreuten Designs
Makie, eine der bekanntesten Lacktechniken, bedeutet wörtlich “bestreutes Bild” und besteht darin, nassen Lack mit Gold-, Silber- oder anderen Edelmetallpulver zu verzieren. Künstler verwenden feine Pinsel, um filigrane Muster zu gestalten, die oft von der Natur inspiriert sind – zarte Kirschblüten, fliegende Kraniche oder friedvolle Berglandschaften. Nach dem Auftragen des Pulvers versiegeln weitere Lackschichten das Motiv und verstärken so dessen Brillanz und Tiefe.
Roiro (黒漆): Tiefschwarzer Lack
Roiro-Lackierung ist eine Spezialtechnik, die eine tiefe, spiegelglatte schwarze Oberfläche erzeugt. Um diesen Effekt zu erzielen, werden Schichten von Klarlack, vermischt mit Holzkohlepulver, sorgfältig poliert. Das Ergebnis ist eine Oberfläche, die so stark reflektiert, dass sie fast leuchtet.
Negoro (根来): Schönheit in der Kleidung
Negoro-Lackwaren entstanden in den Tempeln der japanischen Kamakura-Zeit (1185–1333), wo sie zunächst für Gebrauchsgegenstände wie Schalen und Tabletts verwendet wurden. Charakteristisch für diesen Stil ist die leuchtend rote Lackoberfläche, die sich mit der Zeit abnutzt und den schwarzen Untergrund freilegt. Dieser natürliche Alterungsprozess, bekannt als Keshiki (景色) oder “Landschaft”, wird aufgrund des einzigartigen Charakters und der Wärme, die er jedem Stück verleiht, sehr geschätzt. Heute ahmen Kunsthandwerker diesen Effekt durch gezielte Techniken nach, um die Patina des Alters zu imitieren, was Negoro zu einem begehrten Sammlerstück macht.
Nashiji (梨地): Birnenschalen-Finish
Nashiji ist eine subtile und elegante Lackiertechnik, bei der feinste Metallpulver auf die Lackoberfläche gestreut werden, um einen schimmernden Effekt zu erzielen, der an Birnenhaut erinnert. Nashiji wird häufig für Hintergründe oder Akzente verwendet und verleiht Lackwaren einen dezenten Luxus.
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